HV_19382

Vereinschronik

Im Wandel der Zeit…

„Hundertfünfundzwanzig Jahre“ – Fischerei- und Sportangler-Verein Neckarsulm und Umgebung e.V., sicher ein Anlaß, Rückschau zu halten auf die letzten einhundertfünfundzwanzig Jahre zurück bis zur Gründungszeit.

Leider wird uns die Rückschau dadurch erschwert, da die militärischen Ereignisse in den Monaten Januar bis April 1945, die die Zerstörung fast aller Vereinsunterlagen zur Folge hatten.

Die Gründung des Vereines erfolgte am 22. November 1891 in Jagstfeid, der erste Vorsitzende des Vereines war Oberamtmann Emil Haller. Wir können heute davon ausgehen, daß Herr Haller das Amt des Vorsitzenden 18 Jahre ausübte.

Bis 1933 war der jeweilige Oberamtmann des Oberamtes Neckarsulm der Vorsitzende des Vereines, dies läßt sich in den Akten des Stadtarchivs Neckarsulm nachlesen. Bereits im Jahre 1891/92 zählte der Verein 150 Mitglieder, wie wir aus der „Allgemeinen Fischereizeitung 1892“ entnehmen konnten.

Die Ziele und Zwecke des Vereines waren bereits in der Gründungszeit, Reinhaltung der Gewässer, Wahrung der Rechte und Interessen der Fischereiberechtigten und die Förderung der natürlichen und künstlichen Fischzucht. Die Schonung und Vermehrung der für die betreffenden Fischwasser am besten geeigneten Fischarten, insbesondere auch die Artenerhaltung durch gezielte Jungfischeinsätze, waren oberstes Gebot.

Der Fischereiverein Neckarsulm war schon vor der Jahrhundertwende Anlaufstation für viele Fischwasserbesitzer und Fischer aus dem gesamten Oberamtsbereich Neckarsulm.

So wurden Fischbesätze durch den Verein mit folgenden Fischen und an folgenden Gewässern schon vor 1900 durchgeführt:
Besetzt wurden Karpfen, Schleien, Hechte, im Neckar, im Kocher, für den Besatz in Kochendorf (Fischereiverein), Oedheim, Kochertürn, Neuenstadt und Gochsen. An der Jagst von Jagsthausen, Widdern, Möckmühl, Züttlingen, Siglingen, Neudenau, Herbolzheim, Untergriesheim, Heuchlingen, Duttenberg bis zum Einfluß in den Neckar.

Auch die Nebenflüsse und Bäche, Seckach bis Roigheim, Kessach, Buxbach, Michelbach, Sulzbächle, Schefflenz und Sulm, wurden hauptsächlich mit Bachforellen besetzt. Die Fischbesätze erfolgten für die Anliegergemeinden und für Privatwasserbesitzer.

1892 am 21. Januar beschloß der Gemeinderat der Stadt Neckarsulm, dem Fischereiverein beizutreten und die Bestrebungen des Vereines im öffentlichen Interesse zu unterstützen.

1892 Gründung des Württembergischen Landesfischereiverbandes.

1892 Beitritt in den Württembergischen Landesfischereiverband.
Bereits 1900 war Emil Haller, Regierungsrat Neckarsulm, unser Vorsitzender und Herr Adolf Heß, Fischzüchter aus Höchstberg in der erweiterten Vorstandschaft des Württembergischen Landesfischereiverbandes vertreten.

Um die Jahrhundertwende wurden noch große Anstrengungen unternommen, um auch den König des Süßwassers, den Lachs, zu erhalten. So wurde im Jahresheft für Naturkunde in Württemberg von 1903 berichtet, daß in der Seckach, einem Zufluß der Jagst, junge Lachse von Heringsgröße, begierig auf die Fliege der Sportfischer sprangen.

1902 wurden am untersten die Jagst durchquerenden Wehr (Duttenberg) noch 8 große Lachse gefangen!
Die häufigsten Fische des Bezirks: Hecht, Barsch, Barbe, Weißfisch, Schleie, Aal, Gruppe, Grundel, Äsche, in der Seckach hauptsächlich Forellen. Von Krebsen kommt in der Regel nur der Steinkrebs vor.

1902 Häufigste Fischvorkommen:
Olnhausen:
Hechte, Weiß- und Schuppfische, Barben, Rotäuglein und Aale. Möckmühl:
Vorherrschend Weißfische, Barben, Aale und Hecht, in der Seckach: Aale, Forellen und Äschen. Roigheim: Forelle und Äsche. Züttlingen und Siglingen:
Man fängt Weißfische, Schuppfische, Barben, Aale, Grundein. Neudenau, Herbolzheim, Untergriesheim, Heuchlingen und Duttenberg: Hecht, Barsch, Barbe, Weißfisch, Schleie, Grundel und Aal. In der Seckach und Kessach, hauptsächlich Forellen. Im Neckar waren gleichfalls die vorgenannten Fische heimisch, mit Ausnahme von Äsche und Forelle.

1903 wurden bereits erhebliche Verschmutzungen an der Seckach festgestellt, die bei Möckmühl in die Jagst mündet. An derselben liegen zwei Papierfabriken. Verschmutzungen in der Jagst durch eine Zuckerfabrik.
Das Oberamt veranlaßte die Fabriken Klärbassins zu bauen. Der Aalfang in der Jagst war sehr gut, in Kocher und Neckar weniger. In der Jagst wurden vereinzelte Exemplare von Zandern und Regenbogenforellen gefangen.

1906 die Fangergebnisse der Forellenbarsche, Regenbogenforellen und Zander, standen in keinem Verhältnis zu den durchgeführten Fischbesatzmaßnahmen, woraus zu schließen war, daß sie bei Hochwasser aus unseren Gewässern fortwanderten.
Der Hechtbestand nahm in unseren Gewässern immer mehr ab. Auch wurde ein Rückgang des Weißfischbestandes, namentlich im Neckar festgestellt.

1908 der WLFV schrieb im Jahresbericht, daß der Karpfen in der Jagst eingebürgert wurde. Hechte selten, Aalbesätze wurden nicht mehr unterstützt, da wegen des reichlichen Vorhandenseins dieses Fisches Nahrungsmangel in den Gewässern drohte.
Bevölkert mit Aalen waren: Neckar, Zaber, Kocher, Jagst. Ein Massensterben von Fischen in der Sulm vor allem auf Erlenbacher Markung wurde festgestellt, wahrscheinlich infolge Verunreinigung durch Abwässer der Heilanstalt Weißenhof.

1912 Fangergebnisse lt. Jahresbericht des WLFV, Fischereiverein Neckarsulm:
(Jagst, Kocher, Neckar, Kessach, Seckach, Sulm, Schefflenz, Tiefenbach, Brettach, Sulzbach, Buchsbach, u. a.)

Hecht: Ziemlich viele und zum Teil schwere Hechte wurden oberhalb Möckmühl in der Jagst gefangen.
Aal: In den Aalfängen gut bis mittelmäßig (in der Jagst im allgemeinen besser als im Kocher).
Karpfen: Fangergebnisse seit einigen Jahren besser wie früher infolge des vermehrten Einsatzes.
Bachforelle: In den kleineren Bächen ist der Bestand infolge der großen Hitze und Trockenheit im Sommer 1911 zurückgegangen. In den stärkeren Bächen war im Frühjahr und Vorsommer das Fangergebnis zufriedenstellend, auch in der Jagst wurden einzelne große Bachforellen gefangen.
Krebszucht: Weingutbesitzer Fischel hat 1910 vom LFV erhaltene Krebse in den Erlenbach (Nebenbach der Sulm) ausgesetzt und geschont, Fangergebnisse sind nicht bekannt.

1913 wurde ein großer Lachs im Kocher, durch Fischer Bertsch, in Kochertürn gefangen.

1913 wurden 4000 Stück Lachsbrut in der Kessach bei Widdern und 7000 Stück in der Sulm bei Neckarsulm eingesetzt.

1922 und 1930 wurden dem Verein für große Verdienste um die Fischerei und den Gewässerschutz, vom Württembergischen Landesfischereiverein die Bronzene und Silberne Ehrenmedaille überreicht.

1922 Bronzene Ehrenmedaille
1922
Bronzene Ehrenmedaille
1930 Silberne Medaille
1930
Silberne Medaille

 

 

 

 

 

1938 waren im Verein 133 Einzelmitglieder, 16 Korporative und 2 Ehrenmitglieder registriert.Im Kocher wurden bei Gochsen, Neuenstadt und Oedheim 1400 Stück Karpfen, 1000 Stück Schleien und 1 Zentner Satzaale; in der Jagst wurden oberhalb des Wehres Duttenberg 360 Stück Hechte und 1 Zentner Aale eingesetzt.

1939 die RDSF-Mitglieder (56) die seither dem Agelsportverein Bad Friedrichshall-Kochendorf angehörten, wurden am 1.1.1939 unserem Verein angegliedert. Die letzte Mitgliederversammlung vor dem Kriege war am 29. Januar 1939 im Badhotel Bräuninger in Jagstfeid.

1939-1946 erfolgte auf Grund der Kriegsereignisse keine Mitgliederversammlung. Dafür tagte der Beirat des Vereins des öfteren um die Interessen des Vreines wahrzunehmen.

1941 Pachtung des Fischwassers im Oberkanal der Neckarstaustufe Neckarsulm/ Kochendorf, beginnend an der Kanaleinlaufspitze und endend am Kopf der Leitmauer im Oberwasser der Schleuse Kochendorf.
1943 Pachtung der Sulm ca. 6 km mit kleinen Nebenbächen auf der Markung Erlenbach und Binswangen.

1945 wurde das Fischwasser in der Jagst, beginnend an der Markungsgrenze Heuchlingen/Untergriesheim bis zur Landesgrenze am Einfluß der Jagst in den Neckar, ununterbrochen fortlaufend in einer Länge von etwa 4 km gepachtet. Außerdem wurde das Fischwasser in dem neuen zum Elektrizitätswerk der Saline Friedrichshall gehörigen Kanal mitgepachtet.

1946 erfolgte die erste Mitgliederversammlung nach dem Kriege
im Saalbau Schiff in Jagstfeld.

1947 waren 10 Gemeinden, 2 Fabriken, das Rentamt von
Berlichingen und 271 Einzelmitglieder gemeldet.

1949 wurde beschlossen, für den Neckarkanal Karten zum Preis von
6,- DM und für die Jagst Karten zum Preis von 25,- DM auszugeben. Die Sulm wurde auf Grund von Jungfischeinsätzen 1949 gesperrt.

1949 war ein großes Fischsterben in der Jagst in der Zeit vom
20.-23.10.1949, verursacht durch überlaufende Klärteiche
der Zuckerfabrik Züttlingen. Geschätzte Fischverluste von Züttlingen bis Duttenberg 500 Zentner. Der Verein erhielt eine Entschädigung in Höhe von 18000 DM. Die Entschädigung wurde anteilmäßig auf die Fischwasserbesitzer verteilt. Herr Bürgermeister Willi Horch hat sich im Besonderen für diese Entschädigung eingesetzt.

1950-1953 wurden vier Jahre lang für 4500 DM zusätzlich zum normalen Besatz, Karpfen, Schleien, Hechte, Barben und Aale in folgenden Gewässern eingesetzt: Gewässer Graf Waldburg, Züttlingen; Gemeindewasser Siglingen, Neudenau, Herbolzheim, Untergriesheim; Vereinswasser Heuchlingen-Duttenberg.
Sehr schwierig war es insbesondere geeignete Satzhechte und Barben
zu bekommen. Dies wurde jedoch mit Hilfe des Landesfischereiverbandes ermöglicht.
Die Süddeutsche Zucker AG in Züttlingen unternahm auf Grund des Fischsterbens und auf Drängen des Vereines sehr große Anstrengungen, die anfallenden Schmutzwasser aufzufangen und zu entsorgen. Es wurden unterhalb Schloß Assumstadt große Klärbassins zur Rückhaltung der Abwässer gebaut. Reinhaltung des Flusses Jagst war fortan die Zielsetzung der Geschäftsleitung.

Die Jahreshauptversammlungen, traditionsgemäß mit einem Karpfenessen verbunden, wurden meist im Februar abgehalten. Sie fanden in der Hauptsache bei Mitgliedern statt. So bei Hugo Kaiser, Gasthaus zum Württemberger Hof in Möckmühl; bei Franz Hitzfelder im Saalbau Hitzfelder in Neckarsulm; bei Heinrich Kühner in der Engelbrauereigaststätte in Duttenberg; im Saalbau zum Schiff in Jagstfeld sowie im Gasthaus Stern in Neuenstadt, bis 1969!

Nach dem Kriege war der Wunsch vieler Fischer groß, Mitglied im Neckarsulmer Fischereiverein zu werden. Dies wurde jedoch dadurch erschwert, da nur eine begrenzte Anzahl von Erlaubniskarten für die Sulm und Jagstgewässer ausgegeben wurden.

Während und nach dem Kriege wurdren unsere Gewässer sehr stark von Mitgliedern der Besatzungsmächte befischt.
Aus diesem Grund wurde beim Landesfischereiverband Württemberg-Baden ein Wiedergutmachungsantrag in Höhe von 3400 DM für Fischbesatz gestellt, dem Antrag wurde stattgegeben.
Fischbesätze für die umliegenden Privat- und Gemeindewasser wurden von unserem Verein bis Ende der 60ziger Jahre durchgeführt. Gewässerwart Heinrich Scholl aus Bad Friedrichshall-Kochendorf hat sich von 1938 bis 1959 mehr als verdient um die Fischerei und Gewässererhaltung gemacht. Er war immer die Anlaufstation für Fischbesätze in dieser Zeit. Oft mußten die Fische von weit her mit angemieteten LKW’s abgeholt werden, dies erforderte sehr viel Sachverstand und Kenntnisse.

1952 im Auftrag der EVS wurden im Gewässer Jagst in Siglingen, 3000 Stück einsömmerige Karpfen und 1500 Stück zwei- und dreisömmerige Schleien eingesetzt.

1953 wurde von Heinrich Schimmel, Olnhausen, ein Hechtsterben in der Jagst gemeldet. Die toten Fische wurden am Rechen von Mühlenbesitzer Schmid angetrieben. Die Ursache konnte leider trotz intensiver Untersuchungen nicht genau festgestellt werden.

1954 Jahreshauptversammlung im Gasthaus Stern in Neuenstadt, 88 Mitglieder waren anwesend. Im Versammlungsbericht wurde mitgeteilt, daß in den letzten vier Jahren überwiegend in die Jagstgewässer 78200 Karpfen, 40500 Schleien, 6000 Hechte, 3400 Forellen ein- und zweisömmerige, sowie 17 Zentner Aale eingesetzt wurden. Dieser gewaltige Einsatz erfolgte aufgrund des großen Fischsterbens vor fünf Jahren.

1954 hat Herr Heinrich Schimmel aus Olnhausen die Vereinsführung um Klärung folgenden Sachverhaltes gebeten: Herr Schimmel hat das Fischereirecht des Freiherrn von Berlichingen auf Gemarkung Olnhausen gepachtet. Im Güterbuch von Jagsthausen war eine Fischereigerechtigkeit eingetragen, wonach jeder Bürger jeden Mittwoch und jeden Samstag, ein Essen Fische fangen durfte, in dem Fischwasser, das dem Freiherrlichen Rentamt gehört. Nun waren das über 60 Bürger, die von diesem Fischrecht Gebrauch machten, ohne daß von diesen ein Besatz gemacht wurde. Die Vereinsführung bemühte sich auch hier um eine vernünftige Regelung.

1956 wurden für die EVS-Öhringen, Franz Heil, Oedheim, Fischereiverein Kochendorf; Gebr. Spohn, Neckarsulm; Zuckerfabrik Züttlingen und unseren Verein 11 Zentner Aale in Jagst und Kocher eingesetzt. Beim E-Werk Siglingen 700 Stück einsömmerige Karpfensetzlinge und 400 Stück zweisömmerige Schleien.
Für die Gemeinde Siglingen wurden 3200 Stück Schleien zweisömmerig und für Hugo Kaiser, Möckmühl, je 500 Stück Karpfen und Schleien eingesetzt. Gemeindemarkung Neudenau 1000 Stück Karpfensetzlinge, gleiche Menge auch im Gemeindewasser Herbolzheim.
Beim E-Werk in Jagsthausen wurden 1500 Stück einsömmerige Karpfensetzlinge und 400 Stück Schleiensetzlinge eingesetzt.

1959 mußte gegen starke Verunreinigungen in der Seckach vorgegangen werden, beim Landratsamt und Regierungspräsidium.
1961 besichtigte die Vereinsführung die Zuckerfabrik in Züttlingen und konnte sich davon überzeugen, daß erhebliche Verbesserungen zur Klärung der Abwässer durchgeführt wurden. Vergrößerung der Klärteiche und Wiederaufbereitung des Spritzwassers.

1962 für den Hecht wurde ein Mindestmaß von 40 cm und eine Schonzeit vom 1. Februar bis 31. Mai eingeführt.

1962 wurden vom Verein die ersten Schulungen zur Fischerprüfung durchgeführt. 99 Angler nahmen an der Prüfung teil, darunter auch Fischerfreunde aus dem Fischereiverein Kochendorf.

1962 Pachtung der Gewässerstrecke Jagst in Züttlingen, von der Markungsgrenze Möckmühl bis zur Markungsgrenze Siglingen.

1962 Herr Robert Krebs, seitheriger Geschäftsführer, wurde zum Vorstand gewählt, nachdem Herr Dir. i. R. August Böhringer aus Gesundheitsgründen sein Amt zur Verfügung stellte.

1963 Herr Franz Jordan aus Möckmühl, wurde zum Kontrolleur für das Fischwasser in Züttlingen bestellt.

1963 und die darauffolgenden Jahre konnten mit viel Arbeitsaufwand große Mengen an Weißfischen am Duttenberger Wehr, ins Oberwasser umgesetzt werden. Die Nachbarvereine Siglingen und Herbolzheim waren teilweise gleichfalls mit beteiligt.

1965 die Hechtschonzeit wurde für Heuchlingen und Züttlingen bis 31. August verlängert, das Mindestmaß auf 50 cm angehoben.

1967 wurde für die Gewässerstrecken Heuchlingen-Duttenberg-Untergriesheim und Züttlingen eine gemeinsame Erlaubniskarte eingeführt.

1967 konnte die Jagst-Gewässerstrecke von der Schefflenzmündung bis ca. 100 m oberhalb der Brücke in Untergriesheim hinzugepachtet werden (Gewässer Geiger).
Jugendliche ab 12 Jahren von aktiven Mitgliedern, durften eine Handangel des Vaters bedienen.

1969 erfolgte letztmalig das traditionelle Karpfenessen bei der Jahreshauptversammlung im Hotel Württemberger Hof in Möckmühl, es waren 92 Mitglieder anwesend.

1969 Pachtung des alten Neckars, gemeinsam mit dem FV Kochendorf, von der Sulmmündung bis ca. 500 m unterhalb des Fußgängersteges Untereisesheim.

1971 wurden auf private Initiative von Herrn Kappus und Herrn Haupt, erstmals 500 Zander 12-15 cm groß im Züttlinger Gewässer eingesetzt. Dies wurde in den folgenden Jahren beibehalten. Die Zander wurden bis 1974 geschont. Ganz besondere Beachtung beim Zanderbesatz mußte dem Transport gewidmet werden.

1972 Fischsterben im „Alten Neckar“ und der „Sulm“.
1975 wurde die Jugendgruppe eingeführt, die bis heute immer mehr Zuspruch findet.

1975 stiftete Franz Jordan als Freund und Gönner des Vereines einen neuen ständigen Wanderpokal, der bis 1990 ausgefischt wurde und nun im Besitz des Vereines bleibt.

1976 am 10.1. wurde im Gasthaus Stern in Höchstberg erstmals eine Jugendwinterfeier durchgeführt, die bei den Eltern und Jugendlichen sehr gut ankam.

1977 Herr Bürgermeister a. D. Willi Horch übernahm das Amt des
1. Vorsitzenden.

1978 nahm der Verein erstmals am Ganzhornfest in Neckarsulm teil. Es wurden selbst gefangene Forellen und Bachsaiblinge geräuchert und angeboten. Beim alljährlich stattfindenden Ganzhornfest ist der Verein immer mit Fischspezialitäten vertreten.

1979 wurde erstmals im Adler in Offenau ein Vereinsfasching durchgeführt, die Resonanz war nicht so gut wie allgemein erwartet wurde.

1979 wurde das Hechtschonmaß auf 60 cm und für den Zander auf 50 cm festgelegt.

1979 am 20.10. erfolgte die Gründung der Fischhegegemeinschaft „Mittlerer Neckar“, mit den Vereinen Heilbronn, Bad Friedrichshall-Kochendorf, Bad Wimpfen, Gundelsheim, Heinsheim, Haßmersheim und Neckarsulm. Das Neckargewässer wird vom Götzenturm in Heilbronn bis Haßmersheim bewirtschaftet, in allen staatlichen Gewässern. Jährliche Fischbesätze und Gewässersäuberungen sind mit Aufgabe der Vereine.

1980 übernahm Rolf Grimm das Amt des 1. Vorsitzenden,nachdem Herr Willi Horch aus Altersgründen aus dem Vorstand ausschied.

1980 Pachtung der Gewässerstrecke Jagst in Untergriesheim,
vom langjährigen Mitglied des Vereines Herrn Otto Quinzer.

1980 wurde von Werner Erlewein und Rainer Köhler ein Vereinszelt gebaut und die dazugehörige Zelthaut von Fa. Herzog gekauft.

Das erste Fischerfest wurde abgehalten.

1981 wurde eine neue Jahreskarte-Gewässerkarte
und Gewässerordnung eingeführt.

1981 Jugendliche ab 10 Jahren können im Verein als Jugendmitglieder aufgenommen werden, müssen aber im Besitz des Jugendjahresfischereischeines sein.

1981 wurde in Duttenberg das 90-jährige Vereinsbestehen gefeiert. Alle Nachbarvereine waren eingeladen.
Am 25.3.1981 erfolgte eine außerordentliche Jahreshauptversammlung im St. Paulus Saal in Neckarsulm, bei dieser Hauptversammlung wurde der Kauf des Jagst-Fischwassers in landschaftlich schönster Lage in Züttlingen beschlossen, ehemalige „Gemarkung Domeneck“.

1984 wurden von der Jugendgruppe 40 Nistkästen gebaut und an allen Vereinsgewässern von Züttlingen bis Duttenberg aufgehängt. Die Nistkästen werden von den Jugendlichen kontrolliert und Aufzeichnungen über das Brutgeschäft gemacht. Wir können feststellen, daß die Nistkästen jedes Jahr eine willkommene Nisthilfe sind und von Meisen, Sperlingen bis zum Klaiber gerne bewohnt werden.

1984 bis 1990 wurde in Zusammenarbeit mit dem Flußbaumeister Herr Scheuermann vom Wasserwirtschaftsamt Heilbronn, Ufersicherungsarbeiten, Baumanpflanzungen, Laichplätze und Ruhezonen angelegt. In Züttlingen wurde von den Kraftwerksbesitzern eine neue Fischtreppe am Wehr gebaut. Unterhalb des Wehres in Züttlingen wurden Anpflanzungen von Rohrglanzgras vorgenommen um Laichhilfen zu schaffen.
Eine Schwelle wurde eingebaut um den Fischaufstieg an der Fischtreppe zu verbessern.
Die unmittelbar neben der Fischtreppe liegende Bootsrutsche wirkt sich sehr störend auf den Fischaufstieg aus, durch das in den letzten Jahren abnormal wachsende Bootsaufkommen.

1984 am 14.4. wurde der Frischwasserteich der Südd. Zucker AG in Offenau abgefischt. Viele fleißige Helfer waren erforderlich und die Unterstützung der Werkleitung durch Herrn Dir. Meyer. Abgefischt werden konnten 32 Karpfen zwischen 8 und 10 Pfund. 6 Hechte und 185 Zander zwischen 30 und 40 cm, 285 Schleien und eine größere Menge Rotaugen. Die Mehrzahl der Fische wurden in die Vereinsgewässer eingesetzt. Nach Genehmigung durch das Regierungspräsidium Stuttgart, wurde 1986 zur Bestandsaufnahme der Aale das „Altwasser in Züttlingen“ und das „Unterwasser in Duttenberg“ elektrisch abgefischt. Man war mehr als erstaunt, auf 400 m Länge bis zu 600 Aale zu registrieren. Dieses Abfischen war für weitere Besatzmaßnahmen sehr wichtig. 1990 konnte der Frischwasserteich der Südd. Zucker AG mit ca. 1 ha Wasserfläche, dank der Geschäftsleitung Herrn Dir. Maal, zur Fischaufzucht gepachtet werden.

1990 Kauf von 58 ar Ackerland in Duttenberg, zum Tausch im Zuge der Flurbereinigung mit der Südzucker, für das bisher gepachtete Gelände an der Fischerhütte.

1991 Pachtung des Stadtsees in Neckarsulm zur Fischaufzucht. Hier sollen insbesondere gefährdete Fischarten aufgezogen werden.

1991 am 27. April konnte der Frischwasserteich mit Unterstützung der Südzucker AG, Herrn Dir. Maal, vom Verein abgefischt werden. Nachdem die zur Aufzucht eingesetzten Fische gut abgewachsen waren, konnten über 900 kg, vorwiegend Karpfen, Schleien, Zander, Rotaugen, in die Vereinsgewässer eingesetzt werden.

Nicht nur um 1900 oder unmittelbar nach dem Kriege, als es noch sehr schwierig war, gegen Umweltsünden anzugehen, sondern auch heute noch übt unser Verein aktiven Naturschutz aus.
Die Fischereivereine werden auch in Zukunft Naturschützer, Gewässerschützer,
nicht nur mit Worten, sondern mit vorzeigbaren Taten sein.
2008 Im September wurde am Wehr Duttenberg ein neuer Fischaufstieg gebaut.
Bauträger war die Fa. Südzucker AG Werk Offenau.
Nun ist die Jagst durchgängig bis Heuchlingen.
Anpachtung von 1,5 ha. Jagstwasser in Züttlingen („Gertigwasser“)

2012 Im Zuge der Sulmrenaturierungsmaßnahmen in Neckarsulm hat uns die Stadt
Neckarsulm den Pachtvertrag für den Stadtsee gekündigt.

Die BAG baut in Heuchlingen ein neues Kraftwerk mit einem neuen Fischaufstieg.

2012/2013 Über den Jahreswechsel wurden oberhalb vom Wehr Duttenberg und im Quinzerwasser jeweils ein Biotop („Kinderfischstube“) angelegt.
2015 Großes Fischsterben am 23.8 in der oberen Jagst bei Langenburg. Bei einem Brand an der Lobenhausener Mühle gelangte bei Löscharbeiten Amoniumnitrathaltiges Löschwasser in die Jagst und ca. 20 Tonnen Fische verendeten.

Die Giftfahne wurde tagelang von Feuerwehren, THW, Bauern mit Tankwagen und Hunderten Freiwilligen Helfern der Fischereivereine bekämpft, um den Nitratgehalt abzusenken und dadurch den Fischen eine Überlebensmöglichkeit zu geben.

Im Hohenlohekreis starben nur noch vereinzelte Fische.
Im Landkreis Heilbronn war die Nitratkonzentration bereits so gering, dass kein Fisch zu Schaden kam.

Gesamtkosten des Fischsterbens ca. 2,5 Millionen Euro.
2015 Fusion der Fischereiverbände im Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V.